11.12.2017 13:27

WORT DER WOCHE: Jamaika-Aus (Sprachdosis KW 50 - veröffentlicht am 15.12.2017)


WORT DER WOCHE: Jamaika-Aus

Deutsch 2.0-Sprachdosis in der Kalenderwoche (KW) 50/2017, veröffentlicht am 15.12.2017

Nach der Bundestagswahl hat man in Deutschland intensiv über das Für und Wider einer Jamaika-Koalition aus Union (CDU/CSU), FDP (Liberale) und den GRÜNEN (Bündnis 90/Die Grünen) diskutiert, aber dann stieg die FDP aus den Sondierungsgesprächen aus, was zum Jamaika-Aus führte. In diesen Tagen reden nun CDU/CSU und SPD über die Aufnahme von Sondierungsgesprächen und ggf. Koalitionsverhandlungen: ein langwieriger Prozess.

Am Freitag, dem 08.12.2017 hat die Gesellschaft für deutsche Sprache bekanntgegeben, dass Jamaika-Aus zum Wort des Jahres 2017 gewählt wurde:

"Das Wort des Jahres 2017 ist Jamaika-Aus. Diese Entscheidung traf am Mittwoch eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Sie thematisiert damit nicht nur die besonderen Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung, die sich nach der Bundestagswahl 2017 ergaben, sondern lenkt den Blick auch auf eine interessante Wortbildung: Nicht nur hat der Landesname Jamaika eine neue Bedeutung angenommen, sondern auch die Aussprache wurde eingedeutscht: Nachdem die englische Lautung »Dschamäika« bereits seit langem zu »Dschamaika« geworden war, hört man am Wortanfang anstelle von »Dsch« heute zunehmend auch ein »J« wie in »Jahr«. – Mit der Substantivierung das Aus wird umgangssprachlich auf das Ende, das Scheitern von etwas verwiesen; die Zusammensetzung Jamaika-Aus bringt somit prägnant den komplexen Sachverhalt ›Abbruch der Sondierungsgespräche für eine schwarz-gelb-grüne Koalition‹ zum Ausdruck."

(Quelle: https://gfds.de/wort-des-jahres-2017, hier auch Informationen zu weiteren Platzierungen für das Wort des Jahres 2017)

Fragen oder Kommentare gern an den Autor dieser Sprachdosis Martin Herold.


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