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Norwegen-Erfahrungen (D-N)


Autor Nachricht
Verfasst am: 05. 06. 2014 [16:32]
mahero
Martin
Themenersteller(in)
Dabei seit: 30.10.2012
Beiträge: 68
Mehrere kürzere Norwegen-Aufenthalte und Kontakte zu einer ganzen Reihe von Norweger/inne/n im Zuge meiner Arbeit, haben bei mir den Eindruck hinterlassen, dass die Individualität jedes einzelnen Menschen in Norwegen einen außerordentlich hohen Stellenwert hat. Ich empfinde Gespräche mit Norweger/inne/n deswegen meist als hochspannend und es gibt immer wieder neue Perspektiven auf die Welt zu entdecken. Wenn man es etwas eilig hat, kann es mit mehreren Norweger/inne/n dann aber auch etwas anstrengend werden, weil man sich intensiv mit der Einschätzung jedes einzelnen zu befassen hat ... Wer kann mehr über Land und vor allem Leute berichten? / Die Bühne für Berichte und Diskussion(en) ist frei!

Martin Herold - ein "Sprachwahnsinniger" aus Norddeutschland
Verfasst am: 06. 06. 2014 [10:31]
rocki
Rolf
Dabei seit: 23.09.2013
Beiträge: 10
Per Anhalter durch die Galaxis!

Vor rund 40 Jahren, damals noch im Rheinland wohnend, war ich bereits Nordland-Fan. Mit frischen, jungen 19 Jahren entschloss mich also, Richtung Norwegen zu trampen. Trampen, englisch ausgesprochen, bedeutet per Anhalter fahren.

Damals eine übliche Art des günstigen Reisens, heute fast schon ungewöhnlich. Über Hamburg und Dänemark ging es bis Skagen, von dort mit der Fähre nach Göteborg, und weiter mit ausgestrecktem Daumen bis nach Oslo. Schon damals eine tief beeindruckende und schöne Stadt.

Jetzt endlich, schon lange im Lübeck lebend, besuche Norwegen erneut. Ende September fahre ich auf einer Minikreuzfahrt mit der Color-Line von Kiel nach Oslo. Ich freue mich schon sehr.

Herzliche Grüße, Rolf
Verfasst am: 06. 06. 2014 [10:44]
rocki
Rolf
Dabei seit: 23.09.2013
Beiträge: 10
Nie vergessen werde die folgende Begebenheit damals in Oslo: In der Jugendherberge wurden junge Deutsche gesucht, die für einen Schulbuch-Verlag Deutsch auf Kassette (oder Tonband?) sprechen sollten. 50 Mark wollte man uns dafür bezahlen,damals viel Geld.

Aber leider kam mein rheinischer Dialekt zu stark durch. Der Rheinländer spricht das "ch" aus wie "sch". Er sagt also "Mädschen" "Geschischte", "Isch" oder "fröhlisch".

Recht schnell wurde ich also nach Hause geschickt, meine 50 Mark erhielt ich trotzdem. Es war mir ziemlich peinlich.

Zwei Jahre später, mit 21, zog ich dann in den Norden Deutschlands, wo das eindeutig bessere Hochdeutsch gesprochen wird. Ich brauchte Monate, wenn nicht ein, zwei Jahre, um meinen Dialekt loszuwerden.

Vergessen habe ich ihn natürlich nicht.

Gruß Rolf
Verfasst am: 29. 06. 2014 [09:54]
jochenpoehlandt
Jochen
Dabei seit: 11.04.2013
Beiträge: 6
Siehe Anhang
Dateianhang

N-Erfahrungen.doc (Typ: application/msword, Größe: 289.5 Kilobyte) — 353 mal heruntergeladen
Verfasst am: 29. 06. 2014 [10:24]
jochenpoehlandt
Jochen
Dabei seit: 11.04.2013
Beiträge: 6
Dass die norwegische Gesellschaft (wie die anderen nordeuropäischen) egalitärer ist als die deutsche, kann man
an vielen Indikatoren zeigen: der flacheren Einkommensstruktur, dem Fehlen eines Steuergeheimnisses,
der Schulstruktur, der üblichen Du-Anrede, ...

Besonders eindrucksvoll finde ich den Vergleich einer deutschen und einer norwegischen Zeitungsseite mit Todesanzeigen. Zur Überprüfung empfohlen: beide nebeneinander halten. Die deutsche Seite zeigt Anzeigen sehr verschiedenen Formats, von 6 x 5 bis 11 x 16 cm oder noch größere, die norwegische (z.B. in Aftenposten) nur solche von gleichmäßig 5 cm Breite, dünn umrandet. Es entsteht der Eindruck der Uniformität, der auch sehr prominente Verstorbene unterliegen, während in Deutschland die Ungleichheit über den Tod hinaus andauert.



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